Entwicklungstrauma und Bindungsverletzungen 

Erkennen - Verstehen - Verändern - 

Belastende Lebensereignisse bewältigen 

Schocktrauma und Entwicklungstrauma -  beide überwältigen sowohl die Seele als auch das Nervensystem und hinterlassen dort ihre verheerenden Spuren. Es gibt jedoch zwischen beiden große Unterschiede. Und während die Folgen eines Traumas dank der modernen Methoden wie beispielsweise EMDR - Eye Movement Desensitization and Reprocessing oft in wenigen Stunden Traumaarbeit gemildert werden können, ist die Heilung von einem Entwicklungstrauma, ein längerer Weg.

Was ist ein Trauma?

Wenn extreme Erfahrungen die körperliche oder seelische Unversehrtheit eines Menschen existenziell bedrohen, hat das Folgen: Solche einmaligen oder wiederkehrenden Ereignisse wie zum Beispiel Gewalterfahrungen, (emotionale) Vernachlässigung als Kind, Unfälle und schwere Krankheiten, können zu tiefgreifenden Veränderungen führen, die sowohl die Seele als auch  körperliche Funktionen betreffen.

Doch auch mitten im normalen Lebensalltag können Ereignisse die eigene Bewältigungsgrenze weit überschreiten, so dass auch die Geburt eines Kindes, der plötzliche Verlust eines lieben Menschen, schwerer emotionaler, körperlicher oder sexueller Missbrauch in der Kindheit, Vernachlässigung, Verrat oder Verlassenwerden in der Kindheit, die Erfahrung oder das Miterleben von Gewalt, Vergewaltigung, schwere Verletzungen oder Krankheiten, die uns im Laufe des Lebens zugemutet werden zum Trauma werden.

Umso jünger ein Kind ist, desto weniger verfügt sein Organismus über Strategien, um Stresssituationen ohne Schaden zu bewältigen. Die Toleranzschwelle zur Traumatisierung ist daher wesentlich niedriger und deshalb auch viel niedriger als die meisten Menschen vermuten würden. So ist z.B. davon auszugehen, dass bereits eine nicht gelingende Bindung zur Mutter für einen Säugling schwer traumatisierend sein kann.

Traumata zeigen sich beispielsweise durch sich aufdrängende Erinnerungen an das belastende Ereignis, Alpträume oder Schreckhaftigkeit. Traumata sind jedoch nicht immer offensichtlich. Sie  können sich hinter Depression verbergen, unerklärlichen Ängsten, Schwierigkeiten sich selbst zu regulieren, unerklärliche Verhaltensauffälligkeiten, körperlichen Symptomen, soziale Probleme und Schwierigkeiten im Kontakt mit Menschen und der Welt. 

Bei einem Traumata geht es um den Verlust der Verbindung zu uns SELBST, zu unserem Körper, zu unseren Familien, zu anderen Menschen und die Welt die uns umgibt!

Dieser Verlust der Verbindung wird oft sehr schwer erkannt, da er nicht auf einmal passiert. Er kann sich langsam einstellen, allmählich, und mitunter passen wir uns an diese sehr feinen Veränderungen an, ohne sie überhaupt zu bemerken.

Wir spüren nur, dass wir uns nicht wirklich gut fühlen, ohne uns darüber im klaren zu sein, was da eigentlich abläuft, dass nämlich unser Selbstvertrauen, unser Wohlbefinden und unsere Verbindung zum eigentlichen Leben nach und nach abgetragen wird.

Da wir bestimmt Gefühle, Menschen, Situationen und vielleicht Orte meiden, ist unsere Entscheidungs- und Wahlmöglichkeit sehr stark eingeschränkt. Somit beschneiden wir unsere persönliche Freiheit und verlieren so an Energie und Kraft, die wir zur Erfüllung unserer Träume einsetzen sollten.

Ein scheinbar gewöhnliches Ereignis kann schon traumatisierte Auswirkungen auf uns haben.

Hier möchte ich noch einige Beispiele auflisten:

  • kleinere Autounfälle (Blechschäden), insbesondere bei einem Schleudertrauma
  • invasive Behandlungsmaßnahmen beim Arzt oder Zahnarzt, insbesondere bei Kindern
  • Stürze und andere sogenannte geringfügige Verletzungen (Kinder oder ältere Menschen, Fahrradsturz bei Kindern)
  • Alleingelassen werden vor allem bei kleinen Kindern und Säuglingen
  • anhaltende Ruhigstellung, insbesondere bei Kindern (Gibs, Schienen, ....)
  • plötzliche laute Geräusche, vor allem bei Kindern und Säuglingen
  • Geburtsstress, gilt sowohl für die Mutter als auch für das Kind

Übererregung, Anspannung, Dissoziation u. Verleugnung, Gefühle der Hilflosigkeit, Bewegungsunfähigkeit und Erstarrung, können zu den ersten Symptomen eines überwältigenden Ereignisses gehören.

Weitere Symptome, die zur gleichen Zeit wie die eben genannten oder sich einige Zeit später zeigen können sind:

  • übermäßige Wachsamkeit (ich bin ständig auf der Hut)
  • Flashbacks (Bilder oder Rückschau)
  • extreme Licht- und Geräuscheempfindlichkeit
  • Überaktivität, motorische Unruhe
  • Bettnässen
  • übertriebene emotionale Reaktion und Schreckhaftigkeit
  • Alpträume und nächtliche Angstattaken
  • abrupter Stimmungswechsel (Zorn, Wutanfälle, häufiger Ärger, Weinen)
  • mangelnder Selbstwert, Scham
  • geminderte Fähigkeit mit Stress umzugehen
  • Schlafstörungen


Folgende Trauma-Symptome können auch erst nach Jahren auftreten                                                                       (Ich möchte darauf hinweisen, dass diese Lise nicht für diagnostische Zwecke gedacht ist)

  • Panikattaken, Ängste und Phobien
  • Leere im Kopf oder Gefühle des Entrückt seins
  • Vermeidungsverhalten (bestimmte Aktivitäten, Bewegung, Erinnerungen, Menschen, Situationen werden gemieden)
  • sich von gefährlichen Situationen angezogen fühlen
  • Suchtverhalten (übermäßiges essen, trinken, rauchen, usw.)
  • übertriebene oder geminderte sexuelle Aktivität
  • Gedächtnisverlust und Vergesslichkeit
  • Unfähigkeit zu lieben oder Bindungen mit anderen Menschen einzugehen
  • Angst zu sterben
  • Selbstverletzung (Suchtmittel-Missbrauch, das zufügen von Schnittwunden)


Die letzte Gruppe der Symptome beinhaltet diejenigen, die sich im Allgemeinen erst nach längerer Zeit herausbilden. Es besteht allerdings keine feste Regel, ob und wann ein Symptom auftreten wird.

Zu dieser Gruppe gehören:

  • übermäßige Scheu
  • verminderte emotionale Reaktionen
  • Unfähigkeit Verpflichtungen einzuhalten
  • chronische Müdigkeit oder einen sehr niedrigen körperlichen Energielevel
  • bestimmt hormonelle Probleme wie Fehlfunktionen der Schilddrüse
  • Psychosomatische Erkrankungen, vor allen Kopfschmerzen, Migräneanfälle, Nacken und Rückenprobleme
  • chronische Schmerzen
  • Fibromyalgie (chronische, generalisierte Muskel-, Knochen und Bindegewebsschmerzen
  • Asthma
  • Hautbeschwerden
  • Verdauungsprobleme (nervöser Darm)
  • Starkes prämenstruelles Syndrom 
  • Depression und Gefühle von drohendem Unheil
  • Gefühle von Getrenntheit, Entfremdung und Isolation

All diese Trauma-Symptome können stabil, also vehement vorhanden sein. Sie können aber auch instabil sein, das heißt, sie kommen und gehen und werden durch Stress ausgelöst. Mitunter schlummern sie jahrzehntelang im verborgenem und kommen ganz plötzlich zum Ausbruch. Üblicherweise treten Symptome nicht einzeln auf, sondern zeigen sich in Gruppen. Häufig werden sie mit der vielschichtiger und haben immer                                                                                   weniger Verbindung zum ursprünglichen vorausgegangenem                                                                                 traumatischen Ereignis.


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